








Vorurteile ade
"Von dem Gedanken des Machui Community College, benachteiligten Jugendlichen die Chance einer Ausbildung zu geben, bin ich einfach nur noch begeistert. Mit der Zeit habe ich teilweise mitbekommen und erfahren, in welch einfachen Verhältnissen sie leben und wie schwer es mancher Schüler hatte und hat. Ein Freund - so nett und hilfsbereit -, der heute als Kellner in einem Hotel arbeitet, hat mir erzählt, dass er früher gestohlen hat, damit die Familie irgendwie durchkommt. Und da habe ich bemerkt, wie wichtig es ist, nicht vorschnell zu urteilen! Es ist mir wirklich ein Anliegen das zu sagen. Denn normalerweise würde ich auch zurückschrecken, wenn ich wüsste, derjenige neben mir, hat früher gestohlen. Aber es lag einfach an seinen Bedingungen, die ihm zum Dieb machten. Als wir einmal zusammen in die Stadt sind, habe ich ihm auch meine Tasche mit Geldbeutel und allem anvertraut und natürlich ist nichts passiert, ich würde ihm mein Leben anvertrauen. Es ist einfach schlimm, dass es überhaupt solche Bedingungen gibt, die Menschen zu Dieben machen. Aber die Ausbildung hier hat ihm geholfen, da rauszukommen. “Education is the key to opportunities in life” –Bildung ist der Schlüssel zu den Möglichkeiten im Leben. Wirklich!"

Die Kinder geben sich wirklich Mühe
"Alle Kinder tragen Schuluniformen. Unterscheiden kann ich die Jungs und Mädchen eigentlich nur an ihren Röcken und Hosen. Ich unterrichte nun also die Erstklässler in Englisch – und ja, das ist jeden Tag eine Herausforderung. Von den eigentlichen 91 Schülern in meiner Klasse sind allerhöchstens 60 anwesend und jeden Tag fehlt jemand anders. Erschwert wird mein Unterricht auch besonders dadurch, dass die Kinder auf sehr unterschiedlichem Niveau sind. Während ein Teil bereits lesen und schreiben kann, muss ich dem Rest noch erklären wo man bei der Zahl „2“ mit Schreiben anfängt… Ein kleiner Junge, der weder schreiben noch lesen kann hat, während die anderen Kinder Rechenaufgaben (bis 10) gelöst haben, selbstständig eine ganze Seite voller „3“-en geschrieben und kam wie alle anderen voller Stolz zu mir um sie korrigieren zu lassen. Da bricht es einem doch das Herz, zu sehen, dass sie alle falsch herum geschrieben waren!"



Der erste und der zweite Eindruck
„… Ich wohne im Haus mit Eugenia, Angelica und Edu. Sie sind sehr nett und die Verständigung klappt auch einigermaßen. Ich weiß nicht genau, wie lange ich hier bleiben werde, auf jeden Fall gibt es hier, glaube ich, für mich nicht viel zu tun. Alles hier in Asuncion ist ein bisschen verfallener als in Deutschland, angefangen vom Kofferwagen, über die Häuser am Straßenrand, bis zum Bad und meinem Zimmer. Was nicht heißt, dass es total schlimm aussieht, oder unordentlich wäre. Eigentlich ist es ja gut so, denn ich wollte ja weniger Luxus…“
„Hallo, ich bin`s schon wieder. Ich wollte zu meiner ersten Mail noch einen kleinen Nachtrag geben. Ich schrieb, dass ich hier nicht viel zu tun habe, aber das stimmt gar nicht. Ich habe zwar keine konkrete Aufgabe, aber das ist im Grunde ganz normal, denn ich befinde mich ja in der Eingewöhnungsphase. Mir ist aber trotzdem nie langweilig. Ich rede ganz viel mit Angelica und auch mit Sr. Eugenia und Edu. Sie geben sich ganz viel Mühe mit mir und überlegen immer, wo sie mich mitnehmen könnten. Dass Asuncion etwas verfallen ist, wollte ich eigentlich auch nicht so generalisieren. Ich hab ja auf der Fahrt vom Flughafen hierher nicht wirklich Asuncion gesehen, sondern nur den Rand davon. In Asuncion selbst waren wir gestern. Es gibt durchaus auch luxuriöse Orte, zum Beispiel die Bank wo ich gestern war oder den Handyladen…"














